Sonntag, 6. Mai 2012

Der letzte Sommer in Mayfair

[Bücher]




Theresa Révay
Der letzte Sommer in Mayfair



19,99 € | Hardcover, gebunden mit Schutzumschlag
dt. Roman Premiere | Die Originalausgabe erschien unter dem Titel
»Dernier été à Mayfair« bei Éditions Belfond, Paris

Edition Zeilenreich








Der letzte Sommer in Mayfair:
London, Mayfair, 1911. Lord und Lady Rotherfield laden zum Debütantinnenball ihrer Tochter Victoria.
Doch hinter den Kulissen brodelt es.
In den Arbeitervierteln brechen Revolten los, der Hochadel verliert an Macht. Evangeline, die 20-jährige Schwester Victorias, beteiligt sich an Aktionen der Frauenbewegung; ihr älterer Bruder Julian hat sich ganz dem Familienerbe verschrieben und Edward, ein Herzensbrecher, ist begeisterter Flieger. Ausgerechnet an seinen größten Konkurrenten, den Franzosen Pierre du Forestel, verliert Evangeline ihr Herz. Aber wird ihre Liebe einen alles verändernden Weltkrieg überstehen?

Theresa Révay beschreibt malerische Landschaften und ziemlich detailgetreu das Zeitalter des Umbruchs.
So wie sich der Vater-Sohn-Konflikt auf den ersten Seiten andeutet und das Ausbrechen der jungen Evie aus den gesellschaftlichen Regeln geraten die Protagonisten in den Strudel des Aufruhrs durch die europäischen Großmächte.
Die ehrwürdige Familie Rotherfield gehört zu den Vorzeigefamilien Englands durch ihren lange zurückreichenden Stammbaum. Julian, der Erbe, hat von seinem Großvater das traditionelle Denken übernommen, während sein Vater Lord Rotherfield durch schwindende Geldeinnahmen die ersten Ländereien an "Geldverdiener" verkaufen muss. Die ältere Tochter Evie schließt sich den Sufragetten an während die jüngere Vicky klaglos die ihr zugedachte Rolle der braven Debütantin spielt. Mutter Venetia spielt den Vamppart der Familie und bring einen Hauch Verruchtheit ins Spiel.

Der Autorin gelingt es historische Fakten und gut beschriebene Persönlichkeiten in einem fesselnden Roman zu verschmelzen. Das Buch liest sich flüssig, aber leider nicht packend genug. Die Darstellung der einzelnen Charaktere sind teilweise zu wenig ausgereift, wirken zu platt, zu wenig kantig. Zwar kann ich einige Handlungen gut nachvollziehen, insbesondere den Kampf Evies um die Rechte der Frauen, dennoch bekomme ich das Gefühl, hier könnte noch mehr aus den Personen heraus geholt werden. Allgemein kommen die männlichen Charaktere zu wenig gewürdigt heraus und die ganze Handlung wird stark in weiblicher Sichtweise beschrieben. An manchen Stellen erinnert mich der Roman an Hedwig Courts-Mahler oder Barbara Cartland, die mit typischer Manier ihre Handlungen zur Spannung aufgebaut haben um sie mit einem einzigen Lösen des Knotens zu entwirren.



Mein Fazit:
Der letzte Sommer in Mayfair ist sprachlich sauber und flüssig verfasst, hegt nicht den Anspruch ganz großer Literatur und verdient Beachtung als angenehm zu lesender, solider Roman. Interessant dürfte er insbesondere für Frauen sein, die sich für ein bedeutungsvolles Zeitalter des Wandels ihrer Rechte interessieren. Gut geeignet als Urlaubslektüre oder zuhause eingekuschelt auf dem Sofa um ein bisschen Historik, ein bisschen Liebe und ein bisschen Aufregung zu geniessen.



Über die Autorin:
Theresa Révay, 1965 in Paris geboren und aufgewachsen, studierte französische Literatur an der Sorbonne. Sie veröffentlichte ihren ersten Roman mit Anfang zwanzig. Danach arbeitete sie viele Jahre als Übersetzerin und Gutachterin für verschiedene französische Verlage. Die weißen Lichter von Paris war ihr dritter Roman, der in deutscher Übersetzung erscheint. Nun folgt Der letzte Sommer in Mayfair.



Vielen Dank an Zeilenreich, die mir den Roman kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt haben.




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