Samstag, 21. April 2012

Florian Felix Weyh "Toggle" / Rezension

[Bücher]







Florian Felix Weyh
Toggle



Roman
Verlag: Galiani Verlag Berlin
ISBN: 9783869710419
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Hardcover, 428 Seiten









Über Toggle:
Toggle will alle jemals geschriebenen Bücher der ganzen Welt einscannen um sie jedermann über das Internet verfügbar zu machen.
Wer Daten hat der hat die Macht und um Macht geht es in diesem Buch.

Soweit so gut. Gut?

Nicht jeder ist mit Toggle und seiner monopolistischen Machtstellung einverstanden und so entsteht ein Intrigenspiel zwischen Menschen und Konzernen. Denn auch Myface hat ein Interesse Toggle das Wasser abzugraben. Bis sich ein Programm einmischt das TOD heißt und den Tod bedeuten kann.


Soziale Netzwerke sind heute im Alltag kaum mehr wegzudenken. Wir loggen uns schnell ein, arbeiten mit einem Netzwerk, posten privat einen Status, verlinken ein Bild ohne uns allzu viele Gedanken zu machen was wo gespeichert ist und was mit unseren Daten eigentlich weiter geschieht. Unser digitaler Schatten ist allgegenwärtig.

Ein Schelm der angesichts der Namen Toggle und Myface nicht an real existierende Netzwerke denkt.

Toggle ist eine fiktive Erzählung die so abwegig gar nicht ist.
Ein Mord, ein Karrieresprung ins Ungewisse, diffuse Hierarchien, wer gegen wen... worauf kann der Protagonist Nicolas Holzwanger sich überhaupt verlassen?
Zufällig gerät auch die 17-jährige Anna-Katharina Loibl ins Visier und löst damit eine Reaktion aus, deren Hintergründe sie nie kennen lernen wird. Am Ende wird jedoch das eine Buch, das sie vor dem Einscannen rettet eine gewaltige Lawine auslösen an deren Ende die Vernichtung großer Teile der Menschheit steht.

Zwischen Gegenwart und dem 17. Jahrhundert angesiedelt, beleuchtet der Roman Toggle Fiktion und Vergangenheit und schwenkt dabei erzählerisch hin und her, um Einzelheiten zum besseren Verständnis der Handlung zu erläutern.


Das Buch hat durchaus Potential das nur leider nicht voll ausgeschöpft wird.
Manches wird detailgetreu visualisiert, vieles bleibt im Halbdunkel. Mir fehlt die Komplexität die einen wirklich fesselnden Roman ausmacht.
Toggle ist gut geschrieben, zweifellos. Der Autor hat eine packende Story gewählt, sie gut in den ersten Kapiteln vorbereitet aber danach schwächelt die Geschichte leider. Sie verliert sich viel zu sehr im Detail, wirkt platt und übergeht damit den Hintergrund der Konzerne, der Macht, des Programms TOD das leider erst am Ende kurz gestreift wird. Ich hätte beim Lesen gern mehr erfahren als über bestimmte Autotypen und Kleinkriminelle die zufällig ins Räderwerk geraten und letztendlich für den Handlungsstrang keine weitere Bedeutung haben.


Mein Fazit:
Ein guter Roman, leicht lesbar mit einer anschaulich dargestellten Story, der aber nicht an einen der ganz großen Autoren heran reicht.
Für ein Erstlingswerk allerdings eine beachtliche Leistung für die ich drei Sterne vergebe.



Über den Autor:
Florian Felix Weyh, geboren 1963 in Düren, lebt als Autor und Publizist in Berlin. Er ist ständiger Mitarbeiter des Deutschlandradios und schrieb Theaterstücke, Hörspiele und Essays (u. a. Die letzte Wahl, 2007, und Internet. Kleine Philosophie der Passionen, 2001), für die er zahlreiche Auszeichnungen erhielt. Toggle ist sein erster Roman.
Weitere Informationen unter www.weyh.info, bei Facebook und Twitter



Vielen Dank an Blogg dein Buch für die kosten- und bedingungslose Bereitstellung.
 



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